Clairongarden - Story
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Die Jungwacht-Claironstory
Werner Dürr geb. 1938
(Ehemaliger erster offizieller Bundesclaironchef im schweizerischen Jungwachtbund von 1962 bis 1967)
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Gründung der ersten Clairongarde durch Emst Dürr (1923 - 1998) in der Jungwachtschar St. Anton, Basel Stadt am 5. September 1947 mit sechs Bläsern Zielstrebiger Auf- und Ausbau in den ersten zwei Jahren zu einer Garde von 35 Bläsern mit Clairons, Bassclairons, Fanfaren, Hörner, Trommeln, grosser Trommel und Becken.
Schweizerischer Katholikentag und erstes Schweizerisches Jungwacht-Führertreffen 1949 in Luzern. Das Auftreten der Clairongarde Basel unter der Leitung von Ernst Dörr, erzielte eine riesige Werbewirkung für die Jungwacht und das Claironspiel.
Schnelle Ausbreitung des Claironspiels im Jungwachtbund.
Die Materialstelle der Jungwacht St Anton in Basel entstand ca. 1949 und lieferte die neu komponierten Signale und Märsche zuerst als Einzelnoten, dann ab 1951/52 als Clairon-Fibel mit den Teilen: Clairon-Signale und Strassenmärsche. Ebenso wurden Instrumente samt Zubehör. Fähnlimaterial mit Anleitung zum selber Nähen, weisse und rote Cordeln und Quasten) zu günstigen Preisen an alle Scharen im Schweizer¬ischen Jungwachtbund verkauft. Die Materialstelle wurde jeweils von 1949 bis 1962 vom amtierenden Claironchef der Basler Clairongarde geführt. Ab 1962 bis 1968 von Bruno Thommen in Basel sowie ab 1968 von der Materialstelle für Katholische Jugendarbeit (Rex-Verlag) in Luzern. Mit der Möglichkeit Noten günstig selber zu kopieren, verlor die MateriaIstelle in Luzern ca. 1990 das Interesse am Noten¬versand, weil die Ausgaben die Einnahmen überstiegen. Seit ca. 2002 betreibt nun die Clairongarde Schaffhausen offiziell die Claironnoten- und ClaironmateriaIstelle. Das gesamte Notenmaterial der von 1947 bis 1967 im Jungwachtbund gespielten Signale und Märsche, wurde ab 2002 bis 2004 geprüft, ergänzt. Korrigiert oder neu geschrieben (Werner Dürr) und die Trommelnoten von der Baslernotenschrift in die Ordonanzschrift umgeschrieben (Werner Forster). Ab August 2004 sind nun alle Noten über das Internet gratis abrufbar. Das nachfolgende Interview gibt einen interessanten Einblick in die Tätigkeit der Materialstelle in den fünf Jahren von 1963 Bis 1968. Der Umsatz in den Jahren 1952 bis 1962 dürfte eher noch grösser gewesen sein.
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Interview im Jahr 1993 mit dem früheren Leiter der Claironmaterialstelle des schweizerischen Jungwachtbundes, Bruno Thommen.
356 Clairons und 14.000 Notenblätter
Wie kam es zur Materialstelle in St. Anton?
Nachdem einer von St. Anton, Ernst Dörr, das Clairons Spiel in der Jungwacht eingeführt hatte, brauchten die Spieler auch Noten. Die hat ernst herausgegeben, und so entstand in unserer Schar die Materialstelle. Als nach und nach andere Scharen Clairongarden gründeten, bezogen alle ihr Material bei uns, was auch eine Einheitlichkeit brachte.
Wie lange hast du die Materialstelle geführt?
Ich habe sie im Juni 1962 von Felix Ambs übernommen und bis Ende Juni 1968 geführt.
Was wurde alles verkauft?
In erster Linie Notenblätter und die Claironfibel mit den Grundlagen. Da das Material mit Anleitung fürs Claironfähnlein, die Clairon-Umwicklungen (Kordeln), aber auch Clairons, Bassclairons, Fanfaren und sogar zwei Passwort trommeln.
Wie viel Zeit hat sich denn diese Materialstelle gekostet?
In meiner Gruppenarbeit und weiteren Ämtlein in der Schar wie Scharkasse, Materialverwalter, Singbüchlein, Scharzeitungen ging manchmal die ganze Freizeit drauf, es gab richtige „Jungwacht Wochen“. Die Materialstelle war ein richtiges Geschäft mit Bestellungen, Lagerarbeiten, Auslieferung per Post, Rechnungen schreiben und Buchhaltung.
Wie viel wurde darum gesetzt? War das ein Clairon im Vierteljahr und 20 Notenblätter im Monat?
Weit gefehlt! Ich habe damals eine Statistik aufgestellt für die Jahre 1963 bis 1968. In dieser Zeitspanne wurden verkauft:
14.000 Notenblätter, 300 Lehrgänge, 750 Claironfibeln, 423 Claironfähnlein, 655 Clairon-Umwickunglen, 356 Clairons, 17 Fanfaren kurz und lang, 19 Bassclairons, zwei Trommeln, 40 Luzerner Schallplatten und 40 Zürcher Schallplatten.
Das macht umgerechnet in Arbeitstagen, ohne Sonntage eingerechnet:
pro Tag acht Notenblätter, alle zwei Tage eine Clairon-Umwicklung, alle zweieinhalb Tage eine Claironfibel, alle vier Tage ein Fähnlein und ein Instrument. Aus diesen Zahlen wird auch klar, dass der Zeitpunkt kommen musste, wo ich mich ernsthaft nach einem Nachfolger umsehen musste.
Wer macht es denn heute?
1968, nachdem wir in unserer Schar niemanden gefunden hatten, der vom Interesse und von der zeitlichen Belastung her in der Lage gewesen wäre, dieses „Lädeli“ zu übernehmen, entschloss ich mich, dass meine Künste zu tun: Übergabe des gesamten Materials an die Materialstelle für katholische Jugendarbeit (Rex-Verlag) in Luzern